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Rahel Hirschs Forschungen über die Stoffwechselprozesse waren jahrzehntelang in Vergessenheit geraten. Erst 1959 – sechs Jahre nach ihrem Tod – wurden ihre Forschungsergebnisse wiederentdeckt, bestätigt und unter der Bezeichnung »Hirsch-Effekt« in die medizinische Literatur eingeführt.

Das Denkmal für Rahel Hirsch hat die Berliner Bildhauerin Susanne Wehland entworfen. Seit 1996 steht die Bronzefigur auf der Terrasse vor dem Versorgungszentrum der Charité Campus Mitte. Wegen notwendiger Bauarbeiten ist sie zurzeit eingelagert. Der Kopf ist als Portrait Rahel Hirschs gestaltet, der trichterförmig stilisierte Oberkörper mit Andeutungen von Reagenzgläsern und Gelehrtenhand verweist auf ihre Tätigkeit als Wissenschaftlerin. An die überkommene gesellschaftliche Rolle der Frau, aus der Rahel Hirsch auszubrechen wagte, erinnert der umschlossene, eingeengte Unterkörper der Figur mit dem hervorgestreckten linken Fuß.

Das Denkmal entstand 1995 auf Initiative von zwei Ärztinnen der Charité. Durch eine Verkaufsausstellung von Kunstwerken finanzierten sie 1994 die Anfertigung der Bronze-Figur. Mit der feierlichen Enthüllung im Herbst 1995 sollte zugleich an den 125. Geburtstag von Rahel Hirsch erinnert werden.

Mit der Rahel-Hirsch-Gedächtnisstele wurde auf dem Charité-Gelände erstmals eine Wissenschaftlerin geehrt. Alle anderen Denkmäler, die dort seit den 1890er Jahren aufgestellt wurden, waren »großen Männern«, in der Regel Klinik- oder Institutsleitern, gewidmet. Allerdings steht das Denkmal für die Medizinerin durchaus in der Tradition der Gelehrtendenkmäler. Denn es knüpft an deren identitätsstiftende Bedeutung an, indem es der »ersten Medizin-Professorin in Preußen« eine Vorbildfunktion zuschreibt. Seinen heutigen Standort erhielt das mit Unterstützung des Vereins »Freunde und Förderer der Berliner Charité e. V.« restaurierte Denkmal 2008. Weitere Informationen finden sie hier.

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